Wieviel trinkt ein Hund am Tag?

19. Juli 2025 | 0 Kommentare

Wenn’s draußen heiß ist oder dein Hund besonders aktiv war, stellst du dir vielleicht öfter die Frage: „Hat er heute genug getrunken?“ und „Wieviel trinkt ein Hund am Tag eigentlich?“ Die gute Nachricht: Die meisten Hunde regulieren ihren Durst ganz instinktiv – aber nicht immer. Gerade bei Futterumstellungen, Hitze oder Krankheit lohnt sich ein genauerer Blick in den Wassernapf. In diesem Beitrag erfährst du:

  • wie viel Wasser ein Hund wirklich braucht
  • was die Trinkmenge beeinflusst
  • woran du erkennst, ob dein Hund zu viel oder zu wenig trinkt
  • und wie du ihn zum Trinken animierst, wenn’s mal klemmt.
  • warum er besser nicht aus Pfützen trinken sollte

Wieviel Wasser braucht ein Hund?

Die Trinkmenge ist – wie so vieles – individuell, aber zum Glück gibt es ja Richtwerte. Hier eine Tabelle aus dem Buch „Hunde richtig füttern“ von Jürgen Zentek. 

Täglicher Trinkwasserbedarf des Hundes in Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht:

TemperaturTrockenfutterFeuchtfutter
normale Umgebungstemperaturunter 20 °C40 – 505 – 10
hohe Umgebungstemperaturab 20 °C50 – 10020 – 50
erhöhte körperliche Aktivitätunter 20 °Cbis 100bis 50
erhöhte körperliche Aktivitätab 20 °Cbis 150bis 100

Um das ganze zu veranschaulichen, hier eine kleine Beispielrechnung:
Du hast einen 20 Kilo schweren Hund zu Hause. Es ist Sommer und die Temperaturen liegen über 20 Grad und er bekommt von dir Trockenfutter zu essen.
Dann ist der Wert für die Berechnungsgrundlage 50 – 100 ml pro Kilo Körpergewicht.

TemperaturTrockenfutterFeuchtfutter
normale Umgebungstemperaturunter 20 °C40 – 505 – 10
hohe Umgebungstemperaturab 20 °C50 – 10020 – 50
erhöhte körperliche Aktivitätunter 20 °Cbis 100bis 50
erhöhte körperliche Aktivitätab 20 °Cbis 150bis 100

Nun rechnest du 50 ml x 20 kg = 1000 ml und 100 ml x 20 kg = 2000 ml

Das bedeutet, dass dein Hund an einem warmen Tag über 20 Grad Celsius zwischen 1000 und 2000 ml also 1 – 2 Liter Wasser trinken sollte. Ein bis zwei Liter ist natürlich eine große Spanne. Und dann stellt sich die Frage:

Wovon hängt der Wasserbedarf ab?

Die genaue Trinkmenge kann stark schwanken – und zwar je nach:

Futterart (wie in der Tabelle beschrieben)

  • Trockenfutter benötigt im Körper viel Wasser → hoher Trinkbedarf
  • Nassfutter oder selbst gekochtes Futter → enthält viel Feuchtigkeit
  • BARF (Rohfütterung): hängt vom Wassergehalt der Komponenten ab

Aktivitätslevel & Temperatur

  • Viel Bewegung, Hundesport oder lange Spaziergänge → mehr trinken nötig
  • An heißen Tagen steigt der Bedarf ebenfalls deutlich
  • Lebensphase & Gesundheit Welpen und junge Hunde trinken mehr pro Kilogramm Körpergewicht, Trächtige oder säugende Hündinnen haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf
  • Auch Erkrankungen (z. B. Nieren, Diabetes, hormonelle Störungen) können zu vermehrtem oder vermindertem Durst führen
Eine Hand die eine Schüssel schräg hält, so dass ein Strahl Wasser herauskippt und ein Welpe der von diesem Wasserstrahl trinkt

Warnsignale: Wenn dein Hund zu viel trinkt – oder zu wenig

Ein gesunder Hund sollte nicht dauerhaft, also über einen langen Zeitraum mehr als 100 ml pro kg Körpergewicht trinken. Damit sind natürlich nicht die Tage gemeint an denen es über mehrere Tage 30 °C sind oder der Hund körperlich stark aktiv ist. Tut er das doch, kann es ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme sein – zum Beispiel:

  • Diabetes mellitus
  • Nierenerkrankungen
  • Cushing-Syndrom
  • Gebärmutterentzündungen (bei intakten Hündinnen)
  • Magen-Darm-Erkrankungen

Umgekehrt ist auch zu wenig Trinken problematisch. Zeichen für Dehydrierung sind:

  • trockene Schleimhäute
  • eingefallene Augen
  • schlechte Hautelastizität
  • Apathie oder Erbrechen

In diesen Fällen ist der Gang zum Tierarzt in meinen Augen ein Muss.

Tipps: So animierst du deinen Hund mehr zu trinken

Manche Hunde trinken von Haus aus einfach zu wenig. Um einem zu wenig an Wasser entgegenzuwirken, vor allem bei Hitze oder wenn sie Trockenfutter bekommen, können diese Tricks helfen:

  • Mehrere Wassernäpfe aufstellen – auch draußen oder auf Etagen
  • Lauwarmes Wasser statt kaltem – angenehmer zu trinken
  • Wasser mit Geschmack: Brühe (ungesalzen!), etwas Nassfutter oder Lachsöl ins Wasser mischen
  • Gefrorene Leckerlis oder Eiswürfel mit Brühe (bei meinen Collie-Damen sehr beliebt)
  • Wasser über das Futter geben – besonders bei Trockenfutter
  • bei der Gabe von Trockenfutter kannst du Wasser zum Futter geben. Gerne lauwarm, das lässt das Futter zusätzlich noch intensiver riechen
  • Stelle einen Trinkbrunnen auf. Hunde lieben, ebenso wie Katzen, bewegtes Wasser.

Wichtig: Keine kohlensäurehaltigen Getränke! Die können Magenprobleme verursachen. Auch stark gechlortes oder abgestandenes Wasser wird oft gemieden.

Pfützen, Tümpel & Meerwasser – warum manche Wasserquellen tabu sind

Auch wenn viele Hunde unterwegs gern aus einer Pfütze trinken oder beim Spielen im See, oder schlimmer im Meer Wasser aufnehmen – gesund ist das leider nicht immer.

Stehende Gewässer können Keime enthalten

Pfützen, Tümpel, Gartenteiche oder ruhige Seen können vor allem im Sommer zur echten Gefahr werden. Hier tummeln sich wenn es schlecht läuft:

  • Bakterien wie Leptospiren, die Leptospirose auslösen können
  • Algen die giftig sein können, wie zum Beispiel Blaualgen
  • Parasiten wie Giardien
  • Rückstände von Dünger, Pestiziden oder Öl

Je wärmer das Wetter, desto höher das Risiko für bakterielle Ansammlungen oder Parasiten, die für Durchfall, Erbrechen oder sogar schwerere Erkrankungen sorgen können.

Auch Meerwasser ist keine gute Idee

Manche Hunde trinken Meerwasser weil sie im Spiel nicht sofort merken wie salzig das Wasser ist, andere schlucken es beim Toben im Wasser – z. B. beim Apportieren von Stöcken oder Spielzeug.
Das Problem welches daraus resultieren kann: Meerwasser enthält Salz – und zu viel davon führt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und im schlimmsten Fall zu einer Salzvergiftung. Besonders kleine oder empfindliche Hunde sind gefährdet.

Besser ist es frisches Wasser von zu Hause mitzunehmen

Unterwegs gilt:

  • Frisches Trinkwasser dabeihaben (z. B. in einer faltbaren Flasche oder Napf), auf jeden Fall auf längeren Touren
  • Nach dem Spielen am Wasser den Hund beobachten – bei auffälligem Verhalten vorsichthalber einmal mehr den Tierarzt fragen
  • Und wenn doch mal eine Pfütze interessanter ist als die Wasserflasche: nicht schimpfen – aber freundlich umlenken 😉. Und – keine Panik, denn nur weil dein Hund mal die Zunge in die Pfütze steckt wird nicht gleich das Schlimmste passieren.

Mein Tipp aus Erfahrung

Meine Hündin Smilla war am Ende ihres Lebens nierenkrank – ihre Wasseraufnahme war ein wichtiges Thema im Alltag. Wir haben alles dokumentiert, Brühe gekocht, Napfpositionen ausprobiert und sogar kleine Wassereis-Leckerli gemacht. Heute weiß ich: Wasser ist mehr als ein Durstlöscher – es ist Lebensqualität. Darum achte von Beginn an darauf dass dein Hund gut trinkt und ein gutes Trinkverhalten entwickelt.

Fazit: Wasserbedarf beim Hund –  die Trinkmenge im Blick zu behalten lohnt sich

Die Faustregel, wenn man mal keine Tabellen parat hat, lautet: 40–80 ml pro kg Körpergewicht pro Tag. Und bei Trockenfutter Fütterung, Hitze oder Aktivität gerne auch mehr.

Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und ein paar Tricks kannst du sicherstellen, dass deine Lieblingsschnute gut versorgt ist – auch an warmen Tagen oder wenn’s mal nicht ganz rund läuft.

FAQ

Wie viel sollte mein Hund pro Tag trinken?

Die Faustregel, wenn man mal keine Tabellen parat hat, lautet: 40–80 ml pro kg Körpergewicht pro Tag und bei Trockenfutter, Hitze oder Aktivität gerne auch mehr.

Mein Hund trinkt sehr viel – ist das normal?

Das kann an Hitze, Futter oder Aktivität liegen. Wenn dein Hund aber dauerhaft mehr als 100 ml/kg/Tag trinkt, solltest du das abklären lassen.
Mögliche Ursachen: Nierenerkrankung, Diabetes, Cushing-Syndrom, Gebärmutterentzündung (bei Hündinnen), Nebenwirkung von Medikamenten.
Bitte sprich, wenn du unsicher bist mit deinem Tierarzt.

Mein Hund trinkt wenig – muss ich mir Sorgen machen?

Nicht jeder Hund trinkt gleich viel. Wichtig ist, dass dein Hund insgesamt gut hydriert ist. Achte auf:
Elastische Haut (Hautfalte springt sofort zurück)
Feuchte Schleimhäute
Normales Verhalten und Appetit
Wenn er apathisch ist, Erbrechen zeigt oder das Trinken komplett verweigert, bitte unbedingt tierärztlich abklären lassen!

Wie kann ich meinen Hund zum Trinken animieren?

Hier ein paar einfache Tricks:
Wasser auf Zimmertemperatur anbieten
Brühe oder etwas Nassfutter ins Wasser mischen
Mehrere Näpfe aufstellen – drinnen und draußen
Wassereis mit Brühe oder Obststücken (im Sommer)
Wasser übers Futter geben (v. a. bei Trockenfutter)
einen Trinkbrunnen aufstellen

Ist Leitungswasser für Hunde geeignet?

In den meisten Regionen: Ja.
Wenn du Zweifel an der Qualität hast (z. B. starker Chlorgeruch, alte Leitungen), kannst du auf stilles Mineralwasser ausweichen. Kohlensäure ist für Hunde tabu – sie reizt den Magen.

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Deine

Vanessa Seedorf - Expertin für magensensible Hunde

Über mich

Vanessa Seedorf ist das Herz von Lieblingsschnute und angehende, zertifizierte Hundeernährungsberaterin. Ihr besonderer Fokus liegt auf der Ernährung und Unterstützung magensensibler Hunde. Durch die jahrelange Begleitung ihrer eigenen, sensiblen Hündinnen kombiniert sie fundiertes Fachwissen mit echter Praxiserfahrung. Mit ihren Rezepten und Ratgebern hilft sie Hundebesitzern dabei, den Napf wieder mit Leichtigkeit und Wohlbefinden zu füllen – für eine glückliche Schnute und einen entspannten Bauch.

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